Rhythmik

Als Ziel des Kurses wird jeder Teilnehmer Rhythmus als Sprache sehen, „Wörter“ und „Sätze“ sofort erkennen und diese gleich nach- oder mitmachen können und somit sein Musizieren oder Tanzen gravierend voranbringen können.
Obwohl Tanzen und Musik machen eigentlich hauptsächlich mit Rhythmus zu tun, liegt die Konzentration meist woanders. Das hat mit unserer Mitteleuropäischen Kultur zu tun, die nach wie vor von der deutschen Klassik stark geprägt ist, insbesondere was das Lernen und Lehren betrifft. Rhythmus wird einfach unterschätzt, so getan, als ob man das doch sowieso nebenbei mit Talent kann. Dabei hat Rhythmus an sich mit Talent eigentlich gar nicht so viel zu tun. Talent gibt es vielleicht für Motorik (Bewegung) oder Musik. Rhythmus ist eher etwas naturgegebenes, was in jedem von uns steckt und schon immer gibt.
Rhythmus kann man nicht wirklich erfinden, sondern nur entdecken und nutzen – in sich entdecken, wachrütteln und dann ausprägen.
Gerade in einer Gruppe ist Rhythmus die wichtigste gemeinsame Sprache für Groove und Synchronität und geht dabei ganzheitlich nicht nur über das Hören sondern letztlich auch über das sehen, bewegen, spüren … . Dies kann ein gemeinsames sehr intensives Gruppenerlebnis sein.
Solange man nicht weiß, was man eigentlich fühlen kann, „richtig“ ist oder möglich wäre, werden Gefühlswahrnehmungen oft falsch oder gar nicht gedeutet.
Viele berufen und verlassen sich auf ein Gefühl für etwas, was eigentlich noch gar nicht ausreichend ausgeprägt ist mangels entsprechender Erfahrungen. Jemand der wirklich die Sache fühlt, redet nicht mehr groß davon. Das was er spürt ist viel schneller als ein Gefühl, das man erst deutet. Es ist kein Machen im Sinne von Versuchen, sondern ein reibungsloses Funktionieren.
Eine Gruppe, wo jeder rhythmisch fit ist, wird um das x-fache schneller vorankommen bzw. nur noch ganz wenige Proben brauchen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen.
Umgekehrt können die Rhythmus–Schwachen mit ihrem selbstbewußte Chaos auch die Starken immer wieder raus bringen.
Neben dem Theoretischen gibt es natürlich auch viel Möglichkeit für die praktische Erfahrung. D.h. Musiker oder Tänzer können gemeinsam tanzen und trommeln. Ein Rollentausch dabei ist lerneffektiv, aber kein Muss.
Musik und Tanz hat nun mal Strukturen, bestehend aus Teilen, Dramaturgie und natürlich Rhythmus – egal ob improvisiert oder komponiert.
Neben aller Grundlagen für Rhythmus, aller Basisrhythmen wird auch ein Verständnis für Songstrukturen etc. erlernt, so dass auch neue Lieder effektiver geübt, schneller und leichter erlernt werden können und nicht dem Zufall überlassen sind.
Gerade Autodidakten geben dem Kognitiven oft keine Bedeutung, obwohl es nun mal da ist. Frei wird dabei oft mit intuitiv verwechselt. Sie geben dem Theoretischen keine Bedeutung, obwohl sie sich unbewusst vielleicht sogar noch viel stärker danach richten wollen, als eigentlich nötig. Ich meine, um wirklich frei und außerhalb dieser Strukturen tun zu können, muss man diese erst einmal überhaupt kennen. Je weniger Strukturen man kennt und kann, um so befangener und unfreier ist man in Wirklichkeit.


